Die Brutvögel

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Blaumeise (Parus caeruleus)

Lebensraum

Primärhabitate der Blaumeise sind reich strukturierte, altholzreiche Laubwälder verschiedenster Art. Auwälder und Eichen-(Misch)Wälder werden gegenüber Buchenwäldern der Berglagen deutlich bevorzugt. In der Häufigkeit überlässt die Art der Kohlmeise fast immer den ersten Rang. Lediglich im heute entwässerten alteichenreichen Auwald Kerpener Bruch im Rhein-Erft-Kreis, einem in NRW ausgesprochen seltenen Waldtyp, weist die Blaumeise eine höhere Siedlungsdichte als die Kohlmeise in allen untersuchten Jahren auf. Ursprünglich sind Hartholzauenwälder wohl als primäre Optimalhabitate anzusehen. Obwohl die Blaumeise mit Ausnahme der Untersuchungsfläche im Kerpener Bruch ansonsten in keiner von insgesamt 199 ÖFS-Flächen (inklusive der Referenzflächen in Naturschutzvorranggebieten) häufiger ist als die Kohlmeise, wird das Höhlenangebot als limitierender Faktor für die Besiedlungsdichte sicherlich überbewertet. Einerseits versteht sich die Blaumeise in der Regel erfolgreich gegenüber der robusteren Kohlmeise durchzusetzen, wie man leicht im Winter an vielen Futterhäusern selbst beobachten kann. Andererseits ist die Blaumeise deutlich häufiger als alle anderen Höhlenbrüterarten, die ähnlich große Bruthöhleneingänge bevorzugen.

Die Gründe, warum die Blaumeise mit Ausnahme der Hartholzauenwälder nirgends in NRW die hohen Siedlungsdichten der Kohlmeise erreicht, obwohl sie mit ihr nahezu immer den Lebensraum teilt, sind wohl eher nahrungsökologischer Art.

Die Blaumeise zeigt eine geringere Toleranz gegenüber Nadelholz, bevorzugt deutlicher ältere, großkronigere Laubbäume zur Nahrungssuche und ist wärmeliebender. Insgesamt ist die ökologische Amplitude gegenüber der Kohlmeise offensichtlich weniger breit ausgelegt.

Ähnlich wie die Kohlmeise hat die Blaumeise in den letzten Jahrzehnten den durch Obst- und Laubgehölze aufgelockerten Siedlungsraum des Menschen besiedelt. Nahrungsverfügbarkeit zur Brutzeit und im Winterhalbjahr, eine breite Palette an Nistmöglichkeiten auch technischer Art und das vergleichsweise mildere Kleinklima gegenüber dem Umland sind wohl die Hauptfaktoren dafür, dass die Blaumeise in Gartenstädten ähnlich hohe, ausnahmsweise sogar höhere Siedlungsdichten erreicht wie in den optimalen Auwäldern als Primärhabitaten. Die Siedlungsdichte-Maxima auf jeweils 1 km² großen ÖFS-Flächen finden sich abgesehen vom Kerpener Bruch jeweils in gut

„durchgrünten“ Gartenstädten im Ballungsraum bzw. in dessen Randbereichen.

Als höchste Siedlungsdichte wurden in der ÖFS-Fläche Voerde-Möllen 114 Rev./km² festgestellt. Im Kerpener Bruch konnte Zenker (1980) in den Jahren 1969 bis 1971 jedoch noch deutlich höhere Siedlungsdichten feststellen: 138 (zwei Mal) bzw. 127 Rev./km².

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