Die Brutvögel

Nordrhein-Westfalens

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Baumpieper (Anthus trivialis)

Bestandsentwicklung

Veränderungskarte Baumpieper

Veränderung der Brutverbreitung

Um 1900 war der Baumpieper sowohl im Mittelgebirge wie auch im Flachland weit verbreitet (Le Roi 1906). In den Nachkriegsjahren entstanden große Kahlschläge, so dass der Bestand etwa Mitte der 1950er Jahre sein Maximum erreicht haben dürfte. Mit dem Aufwachsen der Schonungen und Stangenhölzer ging der Bestand in den 1960er Jahren zurück (Mildenberger 1984). Großflächige Aufforstungen von Heideflächen führten zu einem weiteren Rückgang. So gehörte der Baumpieper nach Erz (1968) Mitte der 1960er Jahre in der Wahner Heide zu den dominanten Arten. Heute kommt er hier trotz relativ hohem Bestand nur noch auf 1 % des Bestands aller Vogelarten (Hauth

& Skibbe 2010).

In Nordrhein kam der Baumpieper im Zeitraum 1974-1984 fast flächendeckend vor. Bis Mitte der 1990er Jahre nahm das Brutareal um mehr als 20 % ab (Wink et al. 2005). Besonders drastisch verlief der Rückgang im Bonner Raum. Hier kam die Art 1975 noch auf 59 % der Rasterflächen vor, 2005 lediglich auf 6 %, wobei fast alle verbliebenen Restflächen in der Wahner Heide liegen (Rheinwald & Schmitz 2007). Im östlichen Rhein-Sieg-Kreis wurde ein Rückgang um 83 % in nur zehn Jahren festgestellt (Hinterkeuser 2006). Anfang der 1990er Jahre war der Baumpieper in Westfalen noch fast flächendeckend vorhanden (NWO 2002), während heute deutliche Lücken klaffen. Aktuell umfasst der Landesbestand nur noch 9.000-20.000 Rev. Dies entspricht einer Halbierung der Bestandsgröße in den 1990er Jahren , wobei sich die negative Entwicklung in den letzten Jahren verlangsamt hat.

Die Bestandsentwicklung in Deutschland zeigt im Zeitraum 1990-2009 eine starke Abnahme um mehr als 50 % (ADEBAR, in Vorb.). Nach Flade & Schwarz (2004) verlor der Baumpieper in den Jahren 1989-2003 jährlich 4,2 % der Deutschlandpopulation. Auch in Europa hat der Baumpieper seit 1980 gut die Hälfte seines Bestands eingebüßt, wobei sich der Rückgang seit Mitte der 1990er Jahre verlangsamt hat (PECBMS 2011). Völlig gegensätzlich stellt sich die Entwicklung in den Niederlanden dar, wo es von 1990 bis 2010 eine Zunahme um 50 % gab (SOVON 2012). Diese strahlen bis über die Grenze aus, da in den Kreisen Viersen und Heinsberg Zunahmen stattfanden.

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